Java – unendliche Strecken

Zurück in Bali hieß es erst mal Visaverlängern. Da gings dann los mit Problemen. Auskuriert von der Krankheit stürzte ich mich ins allgemeine Visachaos. Hier kann man nicht einfach zur Immigrasi gehen, Geld abgeben und Visastempel bekommen. Die wollen einen gleich Drei mal sehen und Fotos sowie Fingerabdrücke nehmen bevor man den Reisepass mit Stempel zurückbekommt.

Zwischen den Tagen ging es nach Ubud dem Westlichen Esoterikzentrum auf Bali. Hier kann man sich vegan, vegetarisches westlich verköstigen oder organisches Balinesisches reinpfeiffen. Jedenfalls der steigt gewatlig nach oben und ist fast unverschämt. Naja die Leute zahlens und rennen fröhlich mit Yogamatten zu den Kursen und lassen sich von westlichen Leuten entspannen. Surrreal trifft es ganz gut. Schön ist vor allem die Umgebung. Alte Hinduwassertempel mit Zeremonien, Reisfelder und Plantagen. An den drei Tagen hat uns Serafino (Italiener) begleitet der uns doch mit seinem verschmitzten Humor sehr ans Herz gewachsen ist und uns Sehnsucht nach Italien bereitet hat, indem er uns ständig von gutem Essen, der Landschaft und italienischen Wellen die Ohren heiß geschwatzt hat.

Nach dem zweiten Visatag gings in den Westen von Bali. Nach Stärkung in Canggu haben wir uns Tanah Lot angeschaut und Marie hat mit heiligem Wasser an der Hinduzeremonie teilgenommen. Abends gelangten wir an einen paradiesischen Strand. Berge, Wellen und eine goldene Sonne im Meer versinkend. Auf der Suche nach einem Homestay sind wir bei einem Künstler untergekommen. In seinem Haustempel (es war wirklich ein Tempel mit vielen Holzschnitzereien, Statuen…) haben wir uns wie in 1001 Nacht gefühlt. Umgeben von Reisfeldern und mit einer Draußendusche mit Blick auf Reisfelder Gecko gequitsche viel lange ausschlafen nicht schwer. Da es uns dort so super gefallen hat haben wir nochmal verlängert und er hat uns seine Schätze präsentiert. Eine Puch besitzt der alte Hammel. Wahnsinn wie die hierhergefunden hat weiß auch niemand. Seine Häuser die er für reiche Leute designt zeugen von Geschmack und gutem Handwerk. Während man so schwätzt fallen dann so Sachen wie, dass sein Sohn surfcontests abräumt, sein Schwager in der Weltrangbestenliste im surfen Nummer 21 (oder so) ist und und und……                        Es viel schwer den Luxus und diesen schönen Ort zu verlassen. Aber wie sich rausstellte sind wir eine Nacht später von Medewi wieder dorthin zurückgekehrt. Medewi war nicht erfolgreich. Die 300m lange Welle konnte ich nicht surfen da ich mir nur die Füße an Muscheln und Steinen aufgeschürft hatte und die Fahrt dorthin ist mit dem Roller eine Katastrophe. LKW´s überholen ohne wenn und aber, und ohne Rücksicht auf Verluste. In Kurven an Hügeln scheren die Bomber aus und weichen nicht zurück. Selbst mir war mulmig beim Fahren auf der „Höllenstrecke“.

Nach dem dritten und letzten Besuch sind wir dann endlich nach Java aufgebrochen. Während ich noch humpelte (wegen der Muschel im Fuß (siehe Fotos)) ist Marie gegen Mitternacht auf den Vulkan Ijen gestiegen um sich die blauen Flammen anzuschauen. Morgens begann der Höllentrip im Zug. Man muss sich das so vorstellen: In Deutschland braucht man für die Strecke eher kaum Zeit (300km in 3h ist super), wenn die Züge pünktlich Fahren. In Indonesien kommen die Züge pünktlich brauchen aber 7h für keine 300km Distanz. Man sitzt zusammengepfercht auf asiatisch angepassten Sitzen und weiß nach 10min schon nicht mehr was bequem ist. Man wird immerhin freundlich angelächelt und unterhalten bzw. man bekommt essen angeboten. So sind wir dann in insgesamt 13h Zugfahrt und knappen 600km in Yogyakarta angekommen.

Yogyakarta ist das Kulturzentrum von Indonesien. Hier befinden sich Sultanpalast, Batikkunst, Hindutempel aus vergangen Jahrhunderten und eine gehörige Schwulenszene. Hermann der Reiseguide (in Jimbaran kennengelernt; Indonese) hat Angeboten etwas durch Yogya zu begleiten. Er hat uns zum Borobudur-Tempel chauffiert. Der bedeutenste Buddhistischer Tempel aus alter Zeit wurde um 700 erbaut. Ab 1100 geriet das Bollwerk in Vergessenheit und wurde erst 1814 wiederentdeckt. Unter Vulkanasche und Vegetation begraben, hat man den Tempel liebevoll restauriert und möglichst originalgetreu Restauriert. Heute ist er Ziel von einheimischen sowie jedem Tourist. Es wird dabei klar zwischen Lokal und Toursit beim Preis unterschieden. Lokal: 30000IDR (2€) Foreigner: 270000IDR (.?.Whaaat…€).

Abends haben wir uns noch mit Hermann getroffen. Einer seiner Freunde hatte Geburtstag und so sind wir mit seinen extzentrischen Kollegen (die alles schwul) waren Essen gegangen. Alle waren doch ganz schön krasseDramaqueens.                                                          Am nächsten Tag haben wir uns die Studentenstadt etwas näher angeschaut und sind Abends mit den Prinzessinnen nochmal essen gegangen. Als die unsere Portionen (die immer noch eine geringe Menge waren) gesehen haben meinten sie nur: „Ihr esst aber viel“. Als wir dann eine zweite Portion geholt haben staunten Sie nur Bauklötze.

Wir wurden auch noch zum Cavetubing und Rafting eingeladen. Darüber gibt es nicht soviel spannendes zu erzählen, da es nichts wildes war. Außer mit einem Autoreifen durch ein Höhle mit Wasser geschleust zu werden und ein Bach mit dem Reifen runterzudümpeln. Strömung gabs kaum. Das einzigste war, das man in einem Auto mit 4 verrückten saß die es liebten dramatische Englische Songs aus den 80ern zu hören und mit zu krakeelen. Was am Abend ganz gewaltig auf die Nerven ging.

Mich hat es am Tag darauf mit Darmverstimmung (wir(Hermann und ich) waren an einem ultra-lokalen Restaurant essen: Ziegenfleisch in Kokusnusscurry) in den Süden gezogen, wo ich einen Surfspot ausprobieren wollte. Mit Regen und Flaute wurde ich dort begrüßt. So erkundete ich die Gegend und klärte meine Surfspots. Am Tag darauf ging es dann los zum surfen. 5h im Wasser und am nächsten Tag früh raus um einen versteckten Spot ausfindig zu machen was sich gelohnt hat! Mit Ceryl (einem Franzosen) war ich der einzigste am weißen Strand, Berge von Reisefeldern gesäumt um uns herum und die Wellen ganz für uns alleine. Meine erste erfolgreiche 2m Welle gesurft – Hammer.

In Pacitan wohnte noch Lupis Cousin (von der Hostelbesitzerin in Bali mit der ich befreundet bin). Den hab ich auch noch Besucht und wurde zum Essen eingeladen. Was mich erwartete war ein ganzes Menü. Mit 4 verschiedenen Gerichten und Nachtisch wurde kein Verlangen ausgespart.

Nach ein paar schönen Tagen ging es dann zurück für mich nach Bali. Wieder per Zug und diesmal war es eine Tortur. Um 1Uhr Nachts hieß es von Yogyakarta nach Surabaya. Im Zug wurde auf Antarktistemperatur runtergekühlt weshalb jeder mit Winterjacke im Zug saß und trotzdem fror. In Surabaya 6Uhr morgens angekommen durfte ich 7h warten und 7h lang mit dem Personal streiten, das mein Surfboard im Zug mitgenommen werden kann (was die ganze Zeit nie ein Problem darstellte). Während ich meine Position klar machte das ich mein Surfboard nicht dort lasse nur weil sie zu inkompetent sind das Surfboard in den riesen Zug zu stellen (Funfact: Der Zug hatte einen Wagon mit Übergroßen Gepäckstücken), telefonierten Sie mit allen möglichen Personen. Am Ende musste ich ein zusätzliches Sitzticket für mein Surfboard kaufen und von den Bahnbeamten wurde eine Personalausweißnummer an mein Surfboard vergeben und wir konnten beide glücklich weiter nach Bali fahren.

Da ich sehr lange nichts geschrieben habe gibts dafür sehr viele Bilder gleich hier:

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