Idul Fitri oder I´m Muslim don´t Panic

Die bepackten Rucksäcke haben wir auf den Roller geschnallt die Surfbretter auch und dann gings nach durchgecheckten Rollern auf nach Lombok. Den Weg zur Fähre bin ich schon öfters gefahren und ich wusste auch was mich circa auf der Fähre erwartet….

…diesmal war es keine ruhige angenehme 4 Stunden fahrt. Diesmal wurde die Fahrt mit Würggeräuschen, Kindergeschrei und Seegang begleitet. Roller wurden kreuz und quer in die Fähre geparkt und die Toiletten hochfrequentiert benutzt. Auf dem Deck ließ es sich leichter aushalten. Ein Abenteuer für sich ist auch das ausparken von der Fähre. Da alle Roller von Fährenmitarbeitern nach vorne und möglichst dicht bepackt geschoben werden sucht jeder erst mal sein Roller. Amüsant: Die hinteren Roller und Autos fangen an zu hupen und Motoren werden angelassen obwohl nach vorne keiner durchkommt. So wird über ein Meer aus Rollern gekrabbelt und bedienstete vom Hafen ziehen Roller von vorne aus der Fähre. Wer zu langsam ist (wie wir) kann seinen Roller dann am Pier abholen.

Nach kurzer Fahrt zwischen Moscheen und Reisfeldern hat es uns in ein kleines aber feines Homestay (Familien vermieten Räume und man hat die Möglichkeit mit ihnen in Kontakt zu treten) ausfindig gemacht. Zentral gelegen konnte man alles super erreichen und den Abend haben wir nur noch mit Nasi Campur (Reis (als Grundlage) mit einer Auswahl an verschiedenen Gerichte) ausklingen lassen.

Am letzten Fastentag vom Ramadan wurde die Stadt leise und noch mehr Geschäfte an den Vortagen waren geschlossen. Essen zu finden Tagsüber nahezu unmöglich. Touristen -> keine. Abends hörte man wummern von Trommeln in den Straßen, Feuerwerk explodierte über Köpfe hinweg und derselbe Song wurde stetig wie in Ekstase gesungen. Etwas hippelig und neugierig bogen wir in verschiedene Straßen um dem Getöße näher zu kommen. Ein langer Umzug von Miniaturmoscheen zog an uns vorbei. Jedes Viertel, Dorf trug seine eigenständig gebasteltete Moschee zum Zentrum. Kinder spielten, Laternen glühten, Feuerwerk explodierte und wir waren umgeben von fröhlichen Leuten die feierten und Spaß hatten. Ein Muslim den wir auf der Straße kennnengelernt hatten meinte zu uns, dass die Leute so lustig und neugierig auf uns sind, weil wir so komische Gesichter haben. Er hat uns auch gleich am nächsten Tag zu sich und seiner Familie eingeladen. Am Platz des Zentrums wurden wir dann eher zur Attraktion. Jeder wollte von uns Bilder schießen, wollte seine Kinder mit uns auf dem Foto haben. Wir konnten uns gar nicht die ganzen einzelenen gebastelten Moscheen in Ruhe anschauen. Von jedem wurde man auf einen Kaffe eingeladen oder musste als Model herhalten. So ließen wir uns über den Islamic Center in Mataram (Hauptstadt von Lombok) treiben. Probierten einheimische Leckereien, beobachteten Kinder auf Pedalbetriebenen Karousellen, redeten mit lokalen Leuten, bestaunten die Basteileien und krochen Nachts müde und erschöpft aber zufrieden in die Betten.

-Erfrischend ist, dass das typische mediale Bild von Muslimen in Europäischen Ländern komplett wiedersprochen wird. Keine Burkha keine ernsten Gesichter keine Strenge. Akzeptierte (fast) emanzipierte Frauen und Kinder sind glücklich und spielen draußen auf der Straße und sind mit allem zu begeistern. Schade jedoch das nur einseitig darüber berichtet wird –

Am nächsten morgen hatten wir ein Treffen mit Sudi (die Bekanntschaft auf der Straße). Er hat es auch schon erwartet und war selbst wohl mehr aufgeregt als wir. Am Tag nach der Nacht des Fastenbrechen besucht die Familie viele Bekanntenkreise und Familienmitglieder und Familien sind hier groß …. sehr groß wie wir selbst festellen durften. Er hat seinen Rundgang extra abgebrochen um uns abzuholen. Mit amüsanten Geschichten war die Zeit recht kurzweilig bis seine Familie anfing einzutreffen. Dann wurde aufgetischt und gefrühstückt und indonesisch celebriert. Jeder war festlich angezogen, man zollte sich gegenüber Respekt und tauschte Geschichten aus. Manche Mitglieder kamen extra aus Java angereist. Mit Abschiedsfoto ging es für uns auf den Rollern weiter nach Kuta Lombok (wo ich schonmal war). Surfen war angesagt. Mama Rico die Gasthausbesitzerin erkannte mich fast auf der Stelle wieder und war erfreut ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wo Andi ist fragte sie mich fast als zweites. „Der muss wieder arbeiten“. Das Essen schmeckt und die Säfte sind super so wie es die Erinnerung speicherte. Nach zwei Tagen surfen kündigte sich dann Fieber und Erkältung an was mich nur ans Bett bindet anstatt an das Brett. Die Klimaanlage hat ihr bestes gegeben (wahrscheinlich).

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