Lombok und Slowly Mr. Machmouth

Endlich schaffe ich es mal was von mir höhren zu lassen. Zeit dafür was passiert ist, ist definitiv genug vergangen. Sorry dafür.

Die Zeit verging dann doch richtig schnell und flux, sodass ich selbst Probleme mit meinem Tagebuch hatte alles zu ordnen und mir zwei Tage verloren gegangen sind. Aber zur Reise.

Wenn man sich Indonesien vorstellt, sollte man Bali und Lombok wahrscheinlich extra betrachten. Bali ist das Mallorca für Australier und hat mit Indonesischer Kultur nichts zu tun. Zwar arbeiten hier in jedem Kaffee, Restaurant oder Bar einheimische, was schonmal schön ist aber trotzdem ist alles in westlicher Hand (per Gesetz dürfen hier keine Ausländer arbeiten). Auch sind die Zimmerpreise etwas verrückt für ein asiatisches Land. Trotzdem ist alles vergleichbar günstig, auch wenn z.B. die Eiskugel mit 2€ teurer als Zuhause ist.

Mit der lokalen Fähre sind Andi und ich nach Lombok übergesetzt. Nach 4h Fahrt erreichten wir eine fast, so schien es uns eine unberührte Insel. Selbst als mir im Zentrum des Tourismus Kuta-Lombok ankamen, waren wir wir verblüfft wie wenig dort los ist. Andi der die erste Nacht nicht in einem Ventilatorzimmer verbringen konnte, wechselte um 3Uhr Nachts nochmal das Hotel. Am morgen darauf sind wir durch seine nächtliche Aktion auf ein kleinen lokalen Warung gestoßen, indem das Essen so lecker schmeckte, dass wir nicht mehr die Essenslokalität wechselten. Zum Glück hatten die auch Räume mit Klimaanlage. Beim erkunden mit dem Roller war alles so unangetastet und man erreichte schnell Dörfer, in denen die Leute den anschein machten noch nie einen weißen Mann gesehen zu haben. Englisch sprach hier auch niemand.

So haben wir mit Inna und Jack (einem englischen Pärchen) einen ungewollten Ausflug in die Prärie gemacht obwohl wir doch bloß einen Strand suchten. Aber Inna wollte den Roller auf Downhilleigenschaften testen weshalb wir an verschiedenen Dörfchen mit Reisterrassen vorbeikamen. Danke ihr beiden für den Ausflug.

Die Tage vergingen und alles wurde vertraut und wie eine Familie. Man kannte fast jeden und wusste wer wann abfuhr. Ab an zu schauten ein paar neue vorbei und die einheimsichen gaben jeden Abend ihr Liederset zum besten, bei dem man im Sand tanzen konnte. Surfen ging sich für mich nur zwei mal aus weil ich mir Surferaugen vom paddeln geholt habe (seht selber in den Bildern). Die forderten ihren Tribut. Mich juckt es aber immer in den Händen und Füßen und ich musste ein paar mal ins Wasser.

Andis mitgebrachte Kartenspiele machten sich bezahlt und die Runden wurden größer und immer mehr spielten mit. Lustig ist wen man dabei kennenlernt. Einen Ex-Greenpeace Mitarbeiter der meine damalige Gruppenleitung kannte und meine Kollegen. Irgendwie wird die Welt kleiner je weiter man reist….

Ein Köllner-Pärchen konnte sich gar nicht am Saum halten und musste unbedingt mit Kartenspielen, was Sie auch durften. So wurde aus einem Kartenspiel am Ende eine Vulkanbesteigung und eine tolle Freundschaft.

Mit den beiden ging es für uns 4 Tage in die Berge. Wandern auf den Rinjani (2.höchster Vulkan in Indonesien). 3 Tage 2 Nächte und 6900 Höhenmeter sollten uns unsere Füße tragen.

Am ersten Tag hat sich die Gruppe nur in dem Hostel getroffen. 12 Leute waren wir insgesamt und wir wurden alle informiert.  4 Holländer, 1 Australier, 2 Briten, 5 Deutsche. Mit: „Sorry Guys i only have one room left but no problem you can sleep outside“ wurden wir vom Veranstalter begrüßt. Ich war sofort Feuer und Flamme fürs draußen schlafen, wo mir morgens aber etwas der Spaß von aggressiven Affen verdorben wurde. Die machten sich über eines der Kartenspiele von Andi her, was ich nicht verteidigen konnte. Eine weitere Überraschung am morgen war ein Komodowaran der im Gebüsch lauerte. Dann ging es los. Ein ca. 50 Jähriger, oberkörperfreier, mit einem kleinen Bierbauch beleibter kleiner Mann entpuppte sich als unser Guide. Was für ein Spaß wir mit ihm hatten bzw. seine Crew wussten wir bis dato nicht.

Los gings und nach den ersten Meter fing es auch an zu regnen. Nicht leicht sondern einfach Regenzeitmäßig stark. Über die Mittagspause die im Dschungel stattfand hinweg störte der Regen auch nicht. Dann kam aber der richtige Aufstieg. Unser Guide den alle auf einmal Mr. Yoda nannten (er hat angeblich den Gipfel schon 500mal bestiegen) schickte uns dann mit „Slowly Mr. Machmouth“ voraus. Komplett durchnässt vom Schweiß sind wir am ersten Tag am Basislager (dem Vulkankrater) angekommen. Ich HELD hab natürlich den Akku meiner Kamera an der Steckdose hängen gelassen und das ganze Equipment dafür mitgenommen….  Das Basislager wurde von unserer Crew die in FlipFlops auf den Berg rennen, 50kg (Essen/Zelte/Schlafsäcke/Isomatten in Körben tragen) aufgeschlagen. Jeder mummelte so gut es ging sich in das regennasse Zelt und Schlafsack. Nachdem uns heißes Essen und Tee gebracht wurde ging es doch jedem sichtlich besser.

Morgens am zweiten Tag wurden wir von der Krateraussicht belohnt und jeder war doch froh sich etwas geqäualt zu haben. So stieg man hinunter zum Kratersee und durfte seine Füße im See erhohlen lassen. Als die Wolken aufzogen und das schweißnasse TShirt kalt wurde brachten uns die Jungs zu heißen Quellen, die jeder sichtlich genoss. Nach dem Abstieg kam aber auch nochmal ein Aufstieg, der nochmal Kräfte forderte. Vor allem da der Regen sein bestes dazu gab. Innerhalb kürzester Zeit war alles pitschpatsch nass. So kletterten bis wir das zweite Basisilager unter den Worten von Mr. Yoda „Slowlyslowly Mr. Machmouth“ erreichten. Anscheinend trieben wir die Trägercrew in den schweiß, denn als wir oben ankamen waren da bloß wir. Aber nach 5 min erreichte uns der erste. Nach und nach traff jeder ein und mit mehr oder weniger trockenen Klamotten tanzten wir uns am Abend warm. Dann gings auch ins Bett.

2 Uhr morgens. „Good morning“ raus und rauf auf den Vulkan. Etwas Tee und Keckse unter Taschenlampenschein. Nicht jeder wollte raus und so gingen nur 11 Personen auf den Berg. Mitten in der Dunkelheit wusste man nicht wo man sich befindet und es ging nur um eines: Schritt um Schritt. Ich kam noch in kompletter Dunkelheit an und musste 1 1/2h Stunden im Gipfelwind ausharren. Das Gipfelfoto hab ich mir jedoch nicht nehmen lassen. So nach und nach traffen Teile aus den Gruppen ein und als die Sonne aufging lief jeden die Gänsehaut hinunter und alles war vergessen. Unseren Guide haben wir auf halben Weg beim Abstieg getroffen. Er verteilte an uns die Gipfelkeckse mit „slowlyslowly Mr.“. Unten erwartete uns ein gutes Frühstück. Wenn man nicht aufpasste haben es auch einem die Affen geklaut. Dann hieß es: Abstieg. Das hat neue Energie in manch so müdes Bein gegeben. Zwei Holländer hatten es besonders eilig und flogen den Berg runter. Naja die haben es ja auch nicht so mit Bergen in Ihrer Region.

Unten gab es dann das ersehnte Bier und Glückwünsche von jedem. So mancher hat ganz schön geblutet und den Berg wohl unterschätzt, bzw. auch nicht vorbereitet genug. Auch die Träger waren sichtlich erleichtert. Ihr Lohn pro Nacht auf dem Berg 200000IDR -> 400000IDR insgesamt (1€=15000IDR). Gekostet hat es jeden von uns 1,3mio IDR. Wir waren 12 Leute und  5 Träger plus 2 Guides (die meistens hintennachliefen (die bekommen etwas mehr)).  Da bleibt ganz viel Geld wo anders hängen.

Vom Berg ging es dann zurück nach Kuta-Lombok um etwas zu „feiern“. Bis auf die 2 Engländer waren wir auch komplett. Die Feier stand aber nicht statt. Aber am nächsten Abend dann. Da dann so richtig Nils (männlicher Part des Köllner Pärchens) hatte „Geburtstag“ und jeder lies es eskalieren, sodass am nächsten Tag jeder nur ausnüchternd am Strand lag.

Da fing dann meine Nase an zu laufen. Da jeder seine getrennten Wege dann ging (Andi nach Taihland, zwei Holländer nach Komodo, zwei Holländerinnen zurück nach Bali, …) ich krank wurde verschlug es mich mit Dave (der Australier) Nils und Hanna (Köllner) nach Bali-Canggu. Da haben wir Dave auf einer Party verabschiedet und ich habe alte bekannte aus Neuseeland getroffen. Anstatt das es mir besser geht verschlechtert sich eher alles und so liege ich hier nur im Bett und komme endlich dazu euch die letzten Tag zu berichten.

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